Montag, 24. Oktober 2011

Wer hat die Kokosnuss?

Weiter ging es. Nach Doune Castle! Ich war richtig dolle aufgeregt und als wir ankamen, hab ich vor lauter Vorfreude mein Geld im Bus vergessen und musste noch einmal zurück laufen. Natürlich durch Matsch und Regen. War mir so schnurz. Warum ich mich so gefreut hab?
Das ist DIE Burg, in der Monty Python ihren ersten Film "Monty Python and the holy Grail" (zu deutsch: "Die Ritter der Kokosnuss") gedreht haben. Am Eingang gab es natürlich Souvenirdinge:

Da freut sich jemand 
Das Bild ist verwackelt weil ich mich soooo freue.
 Solch schöne Bierflaschen. Hab aber keins davon getrunken, beim heiligen Gral

Da freut sich noch jemand .
Die Kokosnüsse gab's zum Audio Guide dazu. Um das richtige
Feeling zu bekommen, wenn man durch das Schloß streunt.
Dann holten wir uns die Audio Guides. Schöner ging es nicht, denn niemand anderer als Terry Jones (Mitglied der Pythons und einer der beiden Regisseure des Films) führte uns durch die Burg.
Ich glaube, der lustigste Audio Guide den ich je gehört habe. Ehrlich. Natürlich gab es auch den ganzen historischen Kram - blablabla -, was aber wohl viel witziger war, ist die Tatsache, dass man sich an jeder wichtigen Stelle (ein paar findet ihr hier unten:) Besonderheiten  des Drehs erklären lassen konnte und passend dazu wurden Sequenzen aus dem Film eingespielt. Wirklich gut.

Auf diesem Hof geschah das "Sir-Lancelot-Hochzeitsmassaker"...

Hier wartete Prinz Herbert auf seine Rettung und sang -beinahe- ein Lied dabei...

Der Raum zum ausgelassen sein. Nicht nur damals, in den "richtigen" Mittelalterzeiten. Hier wurde getanzt und Kinderwagen geschoben (laut letzter Textzeile)...

Da braucht man nicht viele Worte.
Die Zeit verging so schnell in diesen ehrwürdigen Mauern. Ich wollte gar nicht mehr weg. Aber der Bus wartete um uns an den nächsten mystischen Ort zu bringen, was mir persönlich sehr unsinnig vorkam. Man sagt doch immer, das Beste zum Schluss. Aber wir waren ja nun schon beim Highlight der Tour angelangt. Dennoch lohnt es sich weiter zu lesen. Viele spannende Dinge warten auf euch...

Das verlorene Wochenende...

Wir machen jetzt einen kleinen Zeitsprung.
Allerdings nicht so weit wie bei "Our Dynamic Earth". Wir gehen zurück zum 8. Oktober. An diesem "schönen" (es hat nicht eine Sekunde aufgehört zu regnen) Tag, hieß es wieder einmal früh raus. Kein Wunder das ich unter Schlafmangel leide. Auf jeden Fall, war dies nicht nur ein Samstag. Wir begannen eine Highland-Rundfahrt - an Rosamunde-Schantalls Geburtstag.
Los ging es wie am Freitag um 8:45. Unser Busfahrer war ein sehr lustiger Kauz. Ein echter Schotte halt. Inklusive Rock. Ob auch ohne Unterhose hab ich nicht gefragt - und hat sich auch kein anderer getraut. Nun gut, los ging es. Wir mussten zunächst noch nach Glasgow, meiner absoluten Lieblingsstadt, wie ihr bestimmt schon mitbekommen habt, und zwei Schweizer abholen.
Dann ging's schnurstracks (schön wär's gewesen) zum Loch Ness. Unser erster Stop war in Sterling. Klingt total spannend, ich weiß, aber wir sind nur 10 Minuten zum Pullern und im Souvenirshop stöbern gewesen. Die Burg von Sterling liegt auf einem Berg (Nachmacher. Die Leute von Edinburgh sind bestimmt zuerst auf die Idee gekommen, ihre Burg auf einem Berg zu bauen) und bietet im Normalfall einen zauberhaften Anblick den wir uns an besagtem Tag nur auf der Postkarte anschauen und draussen dann vorstellen konnten:
Was für ein imposanter Anblick, nicht wahr?
Ach, diese Aussicht - herrlich!!!

Der Typ auf dem Sockel ist übrigens Robert the Bruce - selbsternannter König der Schotten.
Also war er - jetzt gibt ihn nur noch im Film



Der Souvenirshop von Aussen...

... und von Innen mit Lord Reginald beim Shoppen - schicke Mütze!

Schnell waren die 10 Minuten um und wir mussten schweren Herzens weiter ziehen. An den Souvenirshop denke ich immer gerne zurück...

Auf dem Weg raus aus der Stadt und zu einer der coolsten Burgen ever kamen wir dann noch an dieser tollen Schule vorbei:



Schade, man kann es nicht so gut erkennen. Auf jeden Fall ist das nicht so ein einfallsloser  Schulname wie "Lessing-", "Goethe-" oder "Uschi-Obermaier"-Schule. Nee, da steht: "(William)-Wallace High School" 
Auf zur nächsten Attraktion...


Hier passierte...

... am 5. September 1782... Nichts!

The Big Lebowski und die Royal Yacht Britannia

Huuuuu.

Endlich Neues von der schusseligen Schottlandliebhaberin.
Meine letzte Woche ist angebrochen. Wie die Zeit vergeht. Kaum zu glauben, dass am Samstag schon alles vorbei sein soll.
Auf Arbeit läuft alles wie gehabt. Am Freitag helfe ich Almut in Aberdeen bei einer Konferenz und habe schon etwas Angst, dass ich dann Samstag verschlafe, denn um 5:30 los und 21:30 wieder in Edinburgh (und damit mein ich nicht von zu Hause los oder zu Hause ankommen. Oh nein, dann hab ich jeweils noch eine Stunde Busfahrt vor mir. Yeah) Nun gut, das hatten wir ja schon.
Cool war die Besichtigung letzte Woche in Glasgow. Fast wäre ich auch versucht gewesen Glasgow als gar nicht so hässlich zu empfinden. Aber nur fast. Zunächst bin ich mit der Almut in den Bus gestiegen, der uns aus dieser "tollsten-Stadt-überhaupt"-Edinburgh nach "einfach-nur-Glasgow" brachte. Die Sonne schien und es sah alles gar nicht so übel aus. Wir gingen in die Town Hall, wo wir uns die Bibliothek und eine Orchesterprobe ansahen. Die Bibliothek ist eigentlich nur eine kleine Abstellkammer mit, ich muss kurz überlegen, ja, 7 Regalen. Wirklich niedlich. Aber sie dient auch nur dem Glasgow-Orchester. Nach einer guten Stunde gingen wir nach Nebenan, dort befindet sich das "Scottish Music Center" das von jedem, der in Schottland lebt oder geboren wurde, die Musik, wenn man sie ihnen den freiwillig überlässt, verwahren und dem Volke zugänglich machen. Danach kam der Höhepunkt: BBC SCOTLAND! Ein wahnsinnig schönes Gebäude. Von innen her sieht es dem Grimm-Zentrum sehr ähnlich, so Stufenförmig. Dort hat mich dann auch wiederum jemand herumgeführt und mir gezeigt, wie Radiosendungen und Fernsehdokumentationen hier ausgeliehen und auch verkauft werden.
Da war die Welt noch in Ordnung

Leider musste ich viel zu früh gehen. Um den richtigen Bus nach Edinburgh zu erwischen. Wie ich dachte. Falsch gedacht. Ich sollte mit dem Stadtbus bis zur großen Busstation fahren und dort in den Überlandbus umsteigen. Almut musste schon früher los. Da meinte dann die nette Frau von der BBC-Bibliothek, dass es mit der Bahn viel einfacher sei (Glasgow hat eine U-Bahn) und ich nur bis Queen Street fahren müsste. Von da aus, sei es nicht mehr weit und ich hätte wesentlich mehr Zeit. Sie zeigte mir dann noch den Weg über eine Brücke und meinte am anderen Ende sei die Station. Klang super einfach. Das Foto (oben) entstand übrigens auf der Brücke.
Bei dem Anblick der Brücke wurde mir dann schon wieder bewusst, dass ich ja in Glasgow bin:

Also rein in die Bahnstation. Zunächst stand ich auf der falschen Seite, aber das ist kein Problem. Geh ich einfach auf die andere Seite. Dummerweise hat die Ticket-Verkäuferin genau in dem Moment Pause gemacht, sonst hätte sie mich früher auf meinen Fehler aufmerksam machen können. Nun ja, die Bahn kommt, Rike steigt ein, bezahlt beim Schaffner und sagt: "To Queen Street, please". Der Schaffner guckt blöd und gibt mir ein Ticket bis Argyle Street. Na, da will ich aber ganz sicher nicht hin. Bevor ich ihn fragen kann ist er weg. Da ich keinen Ärger machen will, steig ich Argyle Street aus. Und weiss gar nicht wo ich bin. Als ich auf den Plan, der da hängt schaue, sehe ich auch endlich meinen Fehler. Ich bin in die Regionalbahn eingestiegen und nicht in die U-Bahn. Und natürlich fährt die Regionalbahn nicht zur Queen Street. Dann bin ich wie eine verrückt durch die Strassen geirrt. Immer im Hinterkopf, dass ich den gebuchten Sitzplatz im Bus vergessen kann und noch mal 6 Pfund hinblättern muss. Dann das viele Hin und Her und die Strassen rauf und runter (kam mir alles so bekannt vor - nicht nur die Strassen, sondern auch die Situation. Wenn ich mich recht erinnere, war es letztes Mal genau das selbe) bin ich dann doch endlich angekommen. Zu meinem größten Erstaunen auch noch rechtzeitig. Yes, dachte ich mir und stieg ein um meine Fahrkarte knipsen zu lassen. Da hielt mich dann der Busfahrer zurück und meinte, ich bin erst für den Bus eine Dreiviertelstunde später gebucht. Ich schau auf mein Ticket und da steht tatsächlich 17:30. Statt 16:40, wie es auf dem Plan steht, den Almut mir ausgedruckt hatte. Super. Ich hätte also entweder noch etwas länger in der BBC sein und mir was schönes angucken können oder mich nicht abhetzen brauchen. Puh. Na, meine Sehnsucht nach Glasgow ist auf unbestimmte Zeit gestillt.
Aber ich will euch damit nicht weiter aufhalten (bin jetzt auch fertig).
Ach so, eins noch: seit 2 Wochen sind in der Nationalbibliothek auch noch zwei andere FaMI-Azubis aus Deutschland zum Praktikum. Franziska und Nina.

Nina (Mitte), Franziska (Rechts) et Moi (Links) :)
Die beiden sind sehr lieb, so in meinem Alter und kommen aus Neuss. Wir haben schon so einiges unternommen. Letztes Wochenende haben wir dann einen drauf gemacht. Hihi. Wir waren erst im Frankenstein-Keller (heisst wirklich so) und waren erstaunt über die schöne Dekoration bei der man sich wirklich fühlt, als wäre man am Set von Frankensteins Braut. Noch mehr erstaunt waren wir allerdings über die Musik und die Leute. Es liefen Katy Perry, Beyoncé und ja, auch der gute alte Justin Bieber. Dementsprechend auch das Klientel. Viele Mädchen mit trägerlosen Tops und Röcken, so lang wie ihr Po breit und Schuhen, deren Absätze mir bis zum Knie reichen. Von der Schminke wollen wir gar nicht erst reden. Ich hab mich also doch ganz schön gegruselt in der Frankenstein-Bar, was ja auch Sinn des Ladens sein sollte.
Dann wollte ich unbedingt noch in die "The Big Lebowski"-Bar. Wer den Film kennt, weiß, auf was sich diese Bar spezialisiert hat. Nein, kein Gras. Wie kommt ihr nur darauf? In einem Land wo rauchen als bemitleidenswerte Last betrachtet wird? Nein, aber White Russians. 29 verschiedene gibt es:

Ist jetzt nicht so gut getroffen, aber... 29 White Russians

Später waren wir dann noch im Whistlebinkies. Dort war ich schon öfter und jeden Abend treten dort mehrere Bands jeglicher Stilrichtung auf. An diesem Abend mussten wir das erste Mal bezahlen. Also Eintritt, meine ich. Nur um dann zu sehen, dass da ziemlich viele alte Leute auf der Bühne standen. Durchschnittsalter glaube ich lag bei 75. Franziska wurde dann auch gleich von einem, ja bestimmt so 55 jährigem Mann zum Tanzen aufgefordert. Und dann ging die Post ab. Leider haben sie sich zu schnell gedreht und haben den einen Tisch mit samt Bier und Gläsern umgeworfen. Irgendwann wurden wir dann rausgeworfen. Nicht wegen dem Tisch, aber es war Zapfenstreich und alle mussten gehen.
Am Samstag waren wir noch auf der Royal Yacht Britannia. Das langweiligste Ding überhaupt hier in Edinburgh. Oh mein Gott. Da wir aber zu dritt waren, war es allerdings ganz lustig, denn wir konnten Witze über das ganze machen. Der Audio Guide hat alles haarklein beschrieben:
"Dies ist eine Flügeltür. Sie ist aus Eiche. Öffnet man diese, wirken die Räume miteinander verbunden. Schließt man sie, können die Räume voneinander getrennt werden!" (ehrlich?) Oder: die Wohnzimmer der Queen und Prinz Philipps liegen sich direkt gegenüber: "Die Wohnzimmer sind durch einen Telefonanschluss miteinander verbunden. Der Schreibtisch des Prinzen ist aus Mahagoni und die Oberfläche mit rotem Leder bezogen. Das Bett ist eine Standardanfertigung und misst 200x120 cm." Wollt ihr noch mehr? Ich nicht. :) Es gab auch nur ein ganz kleines Bild von Harry. Wo er selbst auch noch ganz klein war. Mehr nicht. Dafür hab ich nun 10 Pfund bezahlt. Naja.

Das Schlafzimmer der Queen...

... und ihres Gatten

Das Schiff so halb von aussen. Dann war mein Akku leer

So. Das war nun mein letztes Wochenende hier. Und was fehlt? Natürlich immer noch der Loch-Ness-Monty-Python-Bericht. Wie lang so etwas dauert. Seit 3 Stunden sitze ich nun hier und schreibe mir meine kleinen Finger wund. Aber ich will wenigstens noch anfangen, denn der wer weiss, was die Woche noch so bringt... abgesehen vom Abflug und dem Trip nach Aberdeen...