Donnerstag, 22. September 2011

Jetzt will ich euch mal was erzählen

Letzte Woche sah das alles noch so nach nichts aus auf der Arbeit. Ein ewiges Hin und Her, aber nichts konkretes. Ja klar, ich durfte unten im Keller Bücher rücken und die Karteikarten im Karteikasten zählen (und eine Strichliste machen, welche Noten, die darauf erwähnt wurden, wo gedruckt wurden und in welcher Sprache). Ja super.
Aber diese Woche!!! Diese Woche sieht das alles schon ganz anders aus. Endlich hab ich katalogisieren gelernt (nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch)!!
 Am 1. Oktober findet in der Usher Hall... aber davon hab ich ja glaub ich schon mal geschrieben, gell?
Na, also da findet ein Konzert zu Ehren von Berlioz statt und da stellt die Bibo ein paar Artefakte zur Verfügung. Gestern haben wir dazu ein Poster erstellt. Es ist auch wirklich beeindruckend, wenn man sich überlegt, einen Cheque, einen Brief oder das selbstgezeichnete Portrait seiner Liebsten in der Hand zu halten.
Ich darf dann also dabei stehen  in der Royal-Albert-Hall des Nordens und vielleicht erhasche ich auch etwas von der Melodie seiner Sinfonie. Der 1. Oktober ist zwar ein Samstag, aber das macht nichts, denn dafür bekomm ich am 7. Oktober frei und kann mit meinem Bruder (das ist der, der hier immer so alberne Sachen schreibt - Hallo? Das ist ein seriöser Block, äh, Blog!) Schabernack machen. Auch nicht schlecht.
Dienstag war ich auch noch in der Abteilung "Rare Books" und die sind wirklich rar. In einem Safe der in einem der Hochsicherheitsräume ganz unten verborgen steht, liegen zwei Bücher. Das eine ist eine der ersten Gutenberg-Bibeln von 1452, das andere ein Buch aus China, datiert auf das Jahr 750. Das ist atemberaubend. Es gibt dort in den Räumen noch viele andere seltene und schöne Bücher. Mit Silber verziert, jede Seite ein Unikat, weil die Anfangsbuchstaben der Seiten noch per Hand bemalt wurden. Bücher, so groß wie ich und Bücher, so klein wie mein kleiner Zeh. Ein bisschen finde ich macht es auch traurig, denn wer kann denn diese Kunst dann heute noch bewundern, wenn sie immer eingeschlossen sind? Na klar, ich versteh das voll und ganz, dass sie geschützt werden müssen. Aber schade ist es dennoch. Heute war ich in den Reprographic Studios. Das heisst da, wo alle Kopieraufträge hinlaufen. Willst ne Kopie? Schreib ans Reprographic Studio. Sie haben eine unglaubliche Menge an Kameras, um die Bücher so schonend wie nur möglich zu digitalisieren. Dort entstehen dann auch die Plakate und Poster für Veranstaltungen, also auch das Berlioz-Poster.
Morgen geht es dann noch weiter mit dem Katalogisieren und Digitalisieren. Und dann ist auch schon wieder Wochenende und meine Svenni kommt mich besuchen. Juchu.

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