Dieser hübsche Pavillon steht nämlich in St. Andrews, der Stadt in der sich die beiden kennen und lieben gelernt haben und wir unseren Freitags Ausflug hin gebucht hatten. Ich hoffe ihr verzeiht mir, dass ich kein Foto von der Plakette gemacht habe, die in dem Universitätsmuseum hing und auf eben diese Tatsache aufmerksam gemacht hat. Faszinierend, ich weiss. Aber der Reihe nach:
An besagtem Freitag, dem 7. Oktober, schien dann auch für uns die Sonne. Es ging um 8:45 los. Was eine kleine Schweinerei ist, denn ich musste an meinem wohlverdientem freien Tag sogar noch früher aufstehen als üblicherweise, ich wollte nämlich noch ein paar schöne Brote schmieren mit Mull-of-Kintyre-Käse*, Tomaten und Heidelbeermarmelade aus dem Lidl. Also ein Brot mit Käse und Tomaten und das andere mit Marmelade, sodass jeder zwei hatte. Klar soweit? Aber was halte ich euch hier mit Stullen schmieren auf...
Zwischendurch machten wir dann immer mal wieder in kleinen Fischerdörfern halt. Das heisst unser erster Halt war noch in Edinburgh, am Firth of Forth, dem Fjord von Edinburgh und wir schauten auf die Golden-Gate-Bridge-Europas. Unser Busmensch erzählte, dass, als die Brücke so um 1908 gebaut wurde, jemand dafür angestellt war, die Reste der Bauarbeiter, die von der Brücke fielen, wegzuräumen. Was für ein undankbarer Job.
| Die Firth of Forth Bridge |
| und unser Bus. Niedlich, oder? |
Einer alten Geschichte nach, heißt es, dass jede Brücke, die über diesen Fjord gebaut wird, verflucht ist. Darum haben sie einfach das letzte Teil der Brücke nicht eingesetzt (ich nehme an, es war kein wichtiges, tragendes Teil) und somit ist sie keine wirkliche Brücke und seit über 100 Jahren geht alles gut. Da frage ich mich, ob die das bei der Autobrücke (denn die oben abgebildete ist nur für Züge) auch gemacht haben. Die steht seit den 1960ern und muss nun aber abgerissen und neu gebaut werden, weil sie langsam zu zerfallen droht. Prima.
So. Dann ging es in das Kingdom of Fife. Ich find es ganz lustig, denn es gibt auch eine Militärflöte die so heißt. Nicht Kingdom aber Fife. Ich hatte das gerade in dieser Woche gelernt und schwubs, taucht es wieder überall auf. Obwohl ich nicht glaube, dass das Königreich und das Musikinstrument etwas miteinander zu tun haben. Aber wer weiss!?
In dem einen Fischerort haben wir dann sozusagen eine kleine Teepause eingelegt. Und sind in ein umgebautes Wohnzimmer gestolpert. Es war urig. Ein brummiger älterer Herr scheint seine Rente etwas aufbessern zu wollen und bietet viele typisch schottische Leckerbissen an. Die Kanne Tee hat auch nur 80p gekostet. In dem Café des Jahres (so gut wie alles in diesem Ort hatte schon mal etwas gewonnen) 2004 kostete ein Kaffee glatt 3 Pfund. Halsabschneider. Aber so war es auch viel schöner und interessanter.
Danach ging es weiter nach St. Andrews. Unterwegs begegneten wir noch ein paar ausgebüchsten Schafen, die es sich in einem Salatfeld gemütlich gemacht hatten. Da lagen dann 10 Schafe zwischen den abgefressen Köpfen, genossen die Sonne und ihre voll gefressenen Mägen und drei frassen sogar noch fröhlich weiter. Der arme Bauer. Und der arme Schäfer, der dafür aufkommen muss.
St. Andrews ist ja auch das Golfer Paradies. Der Busfahrer sagte uns, dass wir unbedingt auf die eine Brücke des Golfplatzes gehen und ein Foto machen sollten. Jeder namhafte Spieler würde dort Werbefotos machen und es sei die berühmteste Brücke des Golfsports. Wenn wir es nicht für uns täten, so meinte er, wenigstens für unsere Freunde, um Eindruck zu machen. Da musste ich ein bisschen schmunzeln. Ich hoffe es fühlt sich jetzt niemand auf den Schlips getreten oder ich reite mich da jetzt selbst in etwas rein, aber ich glaube ich kenne niemanden der so wirklich an Golf interessiert ist. Hoffe ich. Das einzige, was ich an dem Ort noch ganz spannend fand, war das Sean Connery hier wohl öfter mal herkommt und das auch John Cleese hier studiert. Letzteres finde ich ja persönlich am besten. Für alle Unwissenden unter euch. John Cleese ist der lange von Monty Python! Es war ohnehin ein Monty Python geprägtes Wochenende. Doch dazu später mehr.
Die Stadt an sich ist so gut wie nur mit Studenten bevölkert. Was meinte der Fahrer noch gleich? Achja. St. Andrews hat 6.000 Einwohner. 2.000 sind Einheimische, der Rest ist Studenten. Natürlich kommen hier aber nur die ganz reichen Studenten her. Die meisten fahren wirklich sagenhafte Oldtimer und die super teuersten Schlitten. Die Jungs tragen alle Lackschuhe und Armani oder anderen Designer-Schnickschnack. Schrecklich. Viele Eltern kaufen (!) ihren Kindern hier ihr eigenes Haus, denn die Wohnheime dieser Eliteuni sind ja mit Sicherheit unterstes Niveau.
Schön fand ich noch die alte Burg, die nur noch in Ruinen zu sehen ist und nun als Friedhof dient. Und dann war es auch schon wieder Zeit für die Heimreise. Abends waren wir dann in Edinburgh noch in einer Bar und lauschten rockiger Musik. In dem Pub hingen viele Bilder von berühmten Leuten, wie John Lennon, Bob Geldorf, Bob Dylan, Jimi Hendrix und und und. Auch drei Song-Zitate von berühmten schottischen Musikern:
"Why does it always rain on me? Is it because I lied when I was seventeen" (Travis)
"Lochaber no more, Sutherland no more, Lewis no more, Skye no more" (The Proclaimers, die sind soooo witzig. Ihr müsst das mal youtuben. so schlecht, dass es schon wieder gut ist. Das Lied heisst Letters from America)
"..."(...) An das letzte kann ich mich gerade nicht erinnern. Aber ich geh noch mal für euch gucken.... hehe
Hier noch ein paar Eindrücke von St. Andrews:
*über den schon Paul McCartney sang. Der hat übrigens geheiratet am letzten Wochenende. Ringo war auch da. Und die Polizei, denn ein Nachbar hatte die Sicherheit gerufen, weil die Leute zu viel Spaß hatten und laut wurden. Der war bestimmt nur sauer, weil er nicht eingeladen war. Woher ich das weiß? In Berlin gibt es in der Untergrundbahn das "Berliner-Fenster" und hier gibt es in den Bussen die "Metro", eine kostenlose Zeitschrift, die mich arg an die Bild erinnert. Ich nehme sie mir aber immer weil sie a.) kostenlos und b.) Sudokus enthält, die ich dann auf der langen Fahrt zur Arbeit machen kann
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