Montag, 3. Oktober 2011

Jaja...

Oh. Schon wieder so lange her, dass ich das letzte Mal meinen Senf abgeladen hab? Ich bin wohl immer noch im Jetlag. Und auf Arbeit. Ihr braucht euch aber nicht zu fuerchten, mein Internet funktioniert zu Hause tadellos (noch), aber Almut steckt irgendwo in ihrer Mittagspause fest und ich weiss nicht, was ich nun tun soll. Sie hatte irgendeinen Plan sonst wuerde ich jetzt wieder in den Keller gehen, Buecher ruecken. Aber da unten findet mich ja niemand...
Darum, und weil Almut es auch erlaubt hat (fuer alle, die sich jetzt sorgen machen), werde ich nun doch hier schon mal weiter schreiben. Spaeter werden dann die Umlaute ausgetauscht und huebsche Bilder eingefuegt.
Also am Sonntag waere ich in Glasgow fast in Halle Berry und Hugh Grant hineingestolpert. Soweit waren wir ja nun schon. Am Montag (es war ein Feiertag ganz speziell fuer Edinburgh) habe ich mich auf die Spur noch ganz anderer Hollywood-Groessen und dem Schatz der Schaetze begeben: Tom Hanks, Audrey Tatou und dem heiligen Gral. Ich war naemlich in Roslin. Dort in der Kapelle (Rosslyn-Chapel. Der Ort heisst Roslin und die Kapelle Rosslyn) soll Dan Brown die Idee su zu seinem Buch gekommen sein und liegt nur 30 Meilen von Edinburgh entfernt und ein Bus faehrt direkt von meiner Haustuer bis vor die Einganspforte. Wie guenstig! Eine Fahrkarte hab ich ja so oder so schon gehabt und los ging es. Mysterioes fand ich zunaechst gar nichts. Alles ganz normal. Sogar die Sonne schien, als ich mich auf den Weg machte. Als wir dann jedoch nach Roslin abbogen wurde es ploetzlich dunkel, es fing an zu regnen und im Tal stieg der Nebel auf. Wie in so einem Gruselfilm-Klamauk. Als ich dann aus dem Bus ausstieg, prasselte der Regen auf meine frisch gewaschene Jacke hernieder und ich suchte mir meinen Weg zur Kapelle. Das war auch gar nicht so schwer. Ein riesiges Schild zeigt den Weg an und im Grunde laeuft man einfach nur den Reisebussen hinterher (die haetten mich auch mal mitnehmen koennen). Angekommen, wird man erst durch ein Touristenhauesschen gelotst und muss 6£ hinblaettern (aber es ist ja fuer den Erhalt der Kapelle, darum macht man das natuerlich gern... arr). In dem ersten Raum steht allerlei geschichtliches ueber die Kapelle. Als naechstes wird man in einen Raum gefuehrt wo ein Historiker per Video - so heisst das ja heut zu Tage nicht mehr... per Film?... Per Leinwand?... - einem alles ueber die Kapelle und deren Zerfall berichtet (als der Katholizismus hier verschwand, wollten viele auch, dass die Kapelle verschwindet und entfernten alle christlichen Symbole. Olliver Cromwell liess beispielsweise die Kapelle als Pferdestall umfunktionieren und irgendwelche Leute Anfang des 20 Jahrhunderts sahen, dass die Kirche zerbroeselt und strichen sie einfach an - was natuerlich super schlau bei Sandstein ist und Ende der 90er Jahre war die Kapelle gruen, von Innen und Aussen - wegen dem Moos. Eine Frau hat sich dann erbarmt und hat die Kirche trocknen lassen, in dem sie eine Art riesigen "Regenschirm" ueber die Kapelle zog. Das ganze hat 14 Jahre gedauert. Seit einem Jahr kann die Kapelle nun endlich restauriert werden). Wenn der Film vorbei ist, wird man durch eine andere Tuer hinaus gelassen. In den: Souvenirshop! Man Kann Krawatten und Briefoeffner kaufen und sogar Rosslyn-Wasser in Plastikflaschen erwerben.
Dann ging es endlich wieder an dir frische Luft und da stand sie: die Rosslyn Chapel. Hatte ich mir eindrucksvoller vorgestellt:





Ursprünglich wollte der Erbauer, ein gewisser William St Claire (die Familie existiert heute noch. Ich glaube nicht, das unsere Familie da mithalten kann, vor allem weil die St.Claire's immer noch ihre ganzen Familienschaetze und Besitztuemer und Adelstitel haben und sie schon vor dem 14. Jahrhundert in Schottland beruehmt waren.), eine ganze Kathedrale bauen, aber dann kam der Krieg (sucht euch einen Krieg der Schotten in der Mitte des 15. Jahrhunderts aus, nicht einmal die Expertin dort konnte sagen, welcher der vielen es war) und das Familienoberhaupt wurde getoetet. So ist nur der Chor entstanden. Aber schon der ist auesserst beeindruckend. Ja. Ich weiss, das ist ein Widerspruch zu dem was ich vorhin geschrieben habe, aber da stand ich ja noch vor der Kapelle. Leider darf man im Innern keine Fotos machen. Typisch. Aber wenn ihr das sehen könntet. Wunderschön. Zuerst sieht es aus, wie eine Modderburg, hingekleckst am Strand, aber dann kommen die Details zum Vorschein. Fratzen und grüne Männer und Engel und Blumen und Skelette und Gesichter. Faszinierend. Man kann schon verstehen, dass Dan Brown bei diesem Anblick die Idee zu seinem Bestseller kam. Es gibt dort nämlich so einige Ungereimtheiten. 1446 wurde die Kapelle erbaut, bzw. der Grundstein gelegt und 1484, als St Clair starb, wurde der Bau abgebrochen. 1492 wurde dann die "neue Welt" entdeckt. In der Kapelle ist jedoch  Mais abgebildet! Waren die Schotten die ersten in Amerika? Das heisst, die zweiten, denn Leif Eriksson war ja wohl der erste. Auf jeden Fall aber sehr mysteriös, denn vor Kolumbus kannte man noch keinen Mais in Europa. Eigentlich
Dann gibt es dort noch so einige andere Dinge, die sehr seltsam anmuten. Aber die erzähl ich jetzt hier nicht alle. Die Frau, die etwas über die Kapelle erzählte, gab noch ein paar Anekdoten zum Besten und auf der letzt Bank sass eine schwarze Kazte (teuflisch).  Zum Beispiel dass viele wirklich glauben, dass der heilige Gral hier verborgen liegt, und zwar in der am meisten und kunstvollsten verzierten Säule. Einmal kam wohl auch ein Mann mit einer Axt, der die Säule einschlagen wollte um zu beweisen, dass der Gral dort liegt. Eine Frau aus Massachusetts wollte den Mitarbeitern dort erzählen, Elvis sei hier begraben. Ah ja.



Jetzt noch einmal zu Tom Hanks und Audrey Tatou: Sie sind wohl nur einmal kurz durch die Kapelle gelaufen. Die Sakristei, in die sie dann hinunter gehen, existiert gar nicht, die gibt es nur in einem Studio. Aber an den Eingang der Treppe brachten die Requisiteure einen Davidstern an, den gibt es nämlich in echt gar nicht, hat sich alles Dan Brown ausgedacht. An der Stelle ist nun ein heller Fleck und wird als "Hollywood Circle" bezeichnet. Da haben alle gelacht. Ich hab es nicht verstanden. Was ist denn daran so lustig?

Ein bisschen hab ich mich noch umgeschaut bevor ich mir die Umgebung agucken wollte. Dann bin ich wieder hinaus an die frische Luft. Inzwischen hat dann auch die Sonne wieder geschienen. Es war kaum mehr eine Wolke am Himmel zu sehen und ich machte schnell noch ein paar Fotos.

Es gibt auch noch eine Rosslyn Burg und an deren ehemaligen Eingang lümmelte sich auch schon Tom Hanks. Ich auch:






Spaeter lief ich ein bisschen umher. Ein Fluss, später dann ein "reissender" Strom, führt um die Burg herum. Wunderschön. Dort habe ich mich dann niedergelassen und mein Buch aufgeschlagen. Kurze Zeit später tauchte ein Mann mit seinen Kindern auf. Und der erzählte mir dann, dass hier auch William Wallace mit seinen Kumpels in Höhlen gehaust hat. Die wollte ich natürlich sehen. Der William Wallace war aber ein ganz schön cleverer Bursche und hat keine Wege hinterlassen. Es gab nur einen Trampelpfad und der war, dank des Regens (den ich bei diesem Sonnenschein aber natürlich ganz schnell verdraengt hatte) total matschig und aufgeweicht und ich bin ein paar Mal hingefallen und meine frisch gewaschene Jacke war wieder voller Matsch. Aber nicht nur die. Na. Und dann hab ich zwar die Höhlen gesehen und da waren wohl auch Menschen auf der anderen Seite des Flusses, aber ich fand keinen Übergang.

Am Samstag darauf, war ich mit Svenja noch einmal dort, um einen Weg zu finden und Kletterspass zu haben. Hat auch nicht wirklich geklappt... aber schön war es trotzdem, denn das Wetter war bombig. Generell hieß es, dass in der letzten Woche, die wärmsten Septembertage seit 1959 waren! Hm, nächste Woche soll es schneien. Seltsames Wetter hier.
Nun denn. Wir hatten unseren Spaß und ich hab damit nun gleich den Übergang zum nächsten Wochenende geschlagen. Ha!

Hier noch ein paar schöne Bilder von William Wallaces Wahl-/ Zwamgsheimat:













Und hier noch einmal das, was ich als die Wallace-Höhle identifiziert habe:


es gab noch eine andere Höhle (von der hab ich leider kein Foto), vor der ein Wasserfall plätschert.
Total idyllisch. Da hat er sich ein hübsches Plätzchen gesucht, find ich :)



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