Montag, 3. Oktober 2011

Sonntag

Samstag (was für ein schöner Anfang für einen Post mit dem Titel "Sonntag") Abend waren wir dann noch einen trinken. Vorher musste natürlich schön fettig gegessen werden. Lecker Burger. Davon hab ich kein Bild, obwohl Fotografieren erlaubt war. Aber wer will denn so was sehen? Rike beim Essen. Das kennt ihr doch alle zu genüge. Dann sind wir so langsam nach Hause. Ich war auch ziemlich geschafft und ich glaub Svenja auch, denn sie ist mit dem Bus angekommen. Donnerstag ist sie losgefahren aus Berlin. In der Nacht von Freitag zu Samstag sollte sie dann 0:40 ankommen. Ich wollte mir natürlich nicht nehmen lassen sie abzuholen. Wir haben jedoch die Rechnung ohne die Polizei gemacht, die dummerweise noch den Bus und die Passagiere kontrollieren wollte. Also Verzögerung. Um 1 Uhr wurde ich dann aus der Busstation geschmissen und die Tore geschlossen. Keiner konnte mir sagen, wo denn dann die Busse ankommen. Na super. Instinktiv habe ich jedoch die richtige Haltestelle erwählt und der Bus mit der gewünschten Ladung hielt direkt vor meiner Nase. Als wir endlich zu Hause ankamen, schlug die Uhr bereits 3.
Am Sonntag schlug die Uhr auch wieder 3 (Tatsächlich? Aber ja doch. Wenn ich es sage.), als wir unser Frühstück beendet hatten. Hihi.
Nach einem wirklich langen Schlaf sind wir los in die Innenstadt Edinburghs, setzten uns in ein Café und genossen ein richtig original englisches Frühstück. Köstlich. Gebackene Bohnen, Spiegeleier, Pilze, gebratener Speck und Würstchen (natürlich nicht für Svenni) und eine Krokette (Svenni hatte mehr :) ). Eigentlich sollte es Hush Brown sein, was so viel heißt, wie Kartoffelrösti. :) Aber Kroketten mag ich sowieso lieber. Dazu gab es noch zwei Scheiben Toast für jeden, Butter und Marmelade.

Zuerst hatten wir überlegt, noch auf den Arthur's Seat zu klettern, aber nach dem ersten Viertel hatte ich dann keine Kraft. Das schwere Frühstück machte mich ganz lustlos. :)
Es war auch wieder arg windig. Ein paar Bilder gab es trotzdem:






Später ging es dann noch nach Leith, der Heimat von Irvine Welsh (dem Autor von so tollen Büchern wie "Trainspotting" oder "Klebstoff") und Hafen der Royal Yacht Britannia. Ich finde es dort aber gar nicht so spannend. Tut mir leid, Mr. Welsh.
Abends gab es dann eine schöne Pizza und den Sonntagstatort! Schön schön schön

Anmerkung

Also ich hab jetzt die fehlenden Umlaute nicht mehr ausgetauscht. Das macht das ganze doch viel authentischer. Als wäre ich tatsächlich auf Arbeit gewesen. Oder?

Jaja...

Oh. Schon wieder so lange her, dass ich das letzte Mal meinen Senf abgeladen hab? Ich bin wohl immer noch im Jetlag. Und auf Arbeit. Ihr braucht euch aber nicht zu fuerchten, mein Internet funktioniert zu Hause tadellos (noch), aber Almut steckt irgendwo in ihrer Mittagspause fest und ich weiss nicht, was ich nun tun soll. Sie hatte irgendeinen Plan sonst wuerde ich jetzt wieder in den Keller gehen, Buecher ruecken. Aber da unten findet mich ja niemand...
Darum, und weil Almut es auch erlaubt hat (fuer alle, die sich jetzt sorgen machen), werde ich nun doch hier schon mal weiter schreiben. Spaeter werden dann die Umlaute ausgetauscht und huebsche Bilder eingefuegt.
Also am Sonntag waere ich in Glasgow fast in Halle Berry und Hugh Grant hineingestolpert. Soweit waren wir ja nun schon. Am Montag (es war ein Feiertag ganz speziell fuer Edinburgh) habe ich mich auf die Spur noch ganz anderer Hollywood-Groessen und dem Schatz der Schaetze begeben: Tom Hanks, Audrey Tatou und dem heiligen Gral. Ich war naemlich in Roslin. Dort in der Kapelle (Rosslyn-Chapel. Der Ort heisst Roslin und die Kapelle Rosslyn) soll Dan Brown die Idee su zu seinem Buch gekommen sein und liegt nur 30 Meilen von Edinburgh entfernt und ein Bus faehrt direkt von meiner Haustuer bis vor die Einganspforte. Wie guenstig! Eine Fahrkarte hab ich ja so oder so schon gehabt und los ging es. Mysterioes fand ich zunaechst gar nichts. Alles ganz normal. Sogar die Sonne schien, als ich mich auf den Weg machte. Als wir dann jedoch nach Roslin abbogen wurde es ploetzlich dunkel, es fing an zu regnen und im Tal stieg der Nebel auf. Wie in so einem Gruselfilm-Klamauk. Als ich dann aus dem Bus ausstieg, prasselte der Regen auf meine frisch gewaschene Jacke hernieder und ich suchte mir meinen Weg zur Kapelle. Das war auch gar nicht so schwer. Ein riesiges Schild zeigt den Weg an und im Grunde laeuft man einfach nur den Reisebussen hinterher (die haetten mich auch mal mitnehmen koennen). Angekommen, wird man erst durch ein Touristenhauesschen gelotst und muss 6£ hinblaettern (aber es ist ja fuer den Erhalt der Kapelle, darum macht man das natuerlich gern... arr). In dem ersten Raum steht allerlei geschichtliches ueber die Kapelle. Als naechstes wird man in einen Raum gefuehrt wo ein Historiker per Video - so heisst das ja heut zu Tage nicht mehr... per Film?... Per Leinwand?... - einem alles ueber die Kapelle und deren Zerfall berichtet (als der Katholizismus hier verschwand, wollten viele auch, dass die Kapelle verschwindet und entfernten alle christlichen Symbole. Olliver Cromwell liess beispielsweise die Kapelle als Pferdestall umfunktionieren und irgendwelche Leute Anfang des 20 Jahrhunderts sahen, dass die Kirche zerbroeselt und strichen sie einfach an - was natuerlich super schlau bei Sandstein ist und Ende der 90er Jahre war die Kapelle gruen, von Innen und Aussen - wegen dem Moos. Eine Frau hat sich dann erbarmt und hat die Kirche trocknen lassen, in dem sie eine Art riesigen "Regenschirm" ueber die Kapelle zog. Das ganze hat 14 Jahre gedauert. Seit einem Jahr kann die Kapelle nun endlich restauriert werden). Wenn der Film vorbei ist, wird man durch eine andere Tuer hinaus gelassen. In den: Souvenirshop! Man Kann Krawatten und Briefoeffner kaufen und sogar Rosslyn-Wasser in Plastikflaschen erwerben.
Dann ging es endlich wieder an dir frische Luft und da stand sie: die Rosslyn Chapel. Hatte ich mir eindrucksvoller vorgestellt:





Ursprünglich wollte der Erbauer, ein gewisser William St Claire (die Familie existiert heute noch. Ich glaube nicht, das unsere Familie da mithalten kann, vor allem weil die St.Claire's immer noch ihre ganzen Familienschaetze und Besitztuemer und Adelstitel haben und sie schon vor dem 14. Jahrhundert in Schottland beruehmt waren.), eine ganze Kathedrale bauen, aber dann kam der Krieg (sucht euch einen Krieg der Schotten in der Mitte des 15. Jahrhunderts aus, nicht einmal die Expertin dort konnte sagen, welcher der vielen es war) und das Familienoberhaupt wurde getoetet. So ist nur der Chor entstanden. Aber schon der ist auesserst beeindruckend. Ja. Ich weiss, das ist ein Widerspruch zu dem was ich vorhin geschrieben habe, aber da stand ich ja noch vor der Kapelle. Leider darf man im Innern keine Fotos machen. Typisch. Aber wenn ihr das sehen könntet. Wunderschön. Zuerst sieht es aus, wie eine Modderburg, hingekleckst am Strand, aber dann kommen die Details zum Vorschein. Fratzen und grüne Männer und Engel und Blumen und Skelette und Gesichter. Faszinierend. Man kann schon verstehen, dass Dan Brown bei diesem Anblick die Idee zu seinem Bestseller kam. Es gibt dort nämlich so einige Ungereimtheiten. 1446 wurde die Kapelle erbaut, bzw. der Grundstein gelegt und 1484, als St Clair starb, wurde der Bau abgebrochen. 1492 wurde dann die "neue Welt" entdeckt. In der Kapelle ist jedoch  Mais abgebildet! Waren die Schotten die ersten in Amerika? Das heisst, die zweiten, denn Leif Eriksson war ja wohl der erste. Auf jeden Fall aber sehr mysteriös, denn vor Kolumbus kannte man noch keinen Mais in Europa. Eigentlich
Dann gibt es dort noch so einige andere Dinge, die sehr seltsam anmuten. Aber die erzähl ich jetzt hier nicht alle. Die Frau, die etwas über die Kapelle erzählte, gab noch ein paar Anekdoten zum Besten und auf der letzt Bank sass eine schwarze Kazte (teuflisch).  Zum Beispiel dass viele wirklich glauben, dass der heilige Gral hier verborgen liegt, und zwar in der am meisten und kunstvollsten verzierten Säule. Einmal kam wohl auch ein Mann mit einer Axt, der die Säule einschlagen wollte um zu beweisen, dass der Gral dort liegt. Eine Frau aus Massachusetts wollte den Mitarbeitern dort erzählen, Elvis sei hier begraben. Ah ja.



Jetzt noch einmal zu Tom Hanks und Audrey Tatou: Sie sind wohl nur einmal kurz durch die Kapelle gelaufen. Die Sakristei, in die sie dann hinunter gehen, existiert gar nicht, die gibt es nur in einem Studio. Aber an den Eingang der Treppe brachten die Requisiteure einen Davidstern an, den gibt es nämlich in echt gar nicht, hat sich alles Dan Brown ausgedacht. An der Stelle ist nun ein heller Fleck und wird als "Hollywood Circle" bezeichnet. Da haben alle gelacht. Ich hab es nicht verstanden. Was ist denn daran so lustig?

Ein bisschen hab ich mich noch umgeschaut bevor ich mir die Umgebung agucken wollte. Dann bin ich wieder hinaus an die frische Luft. Inzwischen hat dann auch die Sonne wieder geschienen. Es war kaum mehr eine Wolke am Himmel zu sehen und ich machte schnell noch ein paar Fotos.

Es gibt auch noch eine Rosslyn Burg und an deren ehemaligen Eingang lümmelte sich auch schon Tom Hanks. Ich auch:






Spaeter lief ich ein bisschen umher. Ein Fluss, später dann ein "reissender" Strom, führt um die Burg herum. Wunderschön. Dort habe ich mich dann niedergelassen und mein Buch aufgeschlagen. Kurze Zeit später tauchte ein Mann mit seinen Kindern auf. Und der erzählte mir dann, dass hier auch William Wallace mit seinen Kumpels in Höhlen gehaust hat. Die wollte ich natürlich sehen. Der William Wallace war aber ein ganz schön cleverer Bursche und hat keine Wege hinterlassen. Es gab nur einen Trampelpfad und der war, dank des Regens (den ich bei diesem Sonnenschein aber natürlich ganz schnell verdraengt hatte) total matschig und aufgeweicht und ich bin ein paar Mal hingefallen und meine frisch gewaschene Jacke war wieder voller Matsch. Aber nicht nur die. Na. Und dann hab ich zwar die Höhlen gesehen und da waren wohl auch Menschen auf der anderen Seite des Flusses, aber ich fand keinen Übergang.

Am Samstag darauf, war ich mit Svenja noch einmal dort, um einen Weg zu finden und Kletterspass zu haben. Hat auch nicht wirklich geklappt... aber schön war es trotzdem, denn das Wetter war bombig. Generell hieß es, dass in der letzten Woche, die wärmsten Septembertage seit 1959 waren! Hm, nächste Woche soll es schneien. Seltsames Wetter hier.
Nun denn. Wir hatten unseren Spaß und ich hab damit nun gleich den Übergang zum nächsten Wochenende geschlagen. Ha!

Hier noch ein paar schöne Bilder von William Wallaces Wahl-/ Zwamgsheimat:













Und hier noch einmal das, was ich als die Wallace-Höhle identifiziert habe:


es gab noch eine andere Höhle (von der hab ich leider kein Foto), vor der ein Wasserfall plätschert.
Total idyllisch. Da hat er sich ein hübsches Plätzchen gesucht, find ich :)



Freitag, 30. September 2011

noch mehr Glesga (das ist Scots)

Der älteste öffentliche Park Europas - oder wenigstens ein Teil davon, er ist ja soooo groß

Das ist der Marktplatz - wenn ihr euch jetzt nach links drehen würdet, könntet ihr Hugh Grant sehen. Pech gehabt :)

Das ist die Necropolis - Die Stadt der Toten -sagen die auch immer in Edinburgh. Da gibt es so Untergrund-Führungen. Ich glaub das ist gruseliger. Tut mir leid, Glasgow.


Das älteste Haus in Glasgow (hier ist alles alt)

Glaschu... (das ist gälisch und bedeutet:)

Glasgow. So habe ich das heute auf einer Karteikarte aus dem 19. Jahrhundert in unserem Hauptkatalog gesehen. Genau das war auch mein Sonntagsziel... also vorletzten Sonntag. Uiuiui.
Ursprünglich wollte ich schon Samstag fahren, aber als ich an besagtem Samstag aus dem Fenster sah, war alles grau und dunkel. Darum hatte ich mich ja auch für das Heilige-Jägermeister-Schloss entschieden. Tja. Da schien dann aber doch die Sonne. Und ich ärgerte mich schwarz.
Am Sonntag war nämlich wesentlich schlechteres Wetter. Es war nicht kalt, aber als der Bus mit mir um halb elf aus Edinburgh los fuhr hatte ich das Gefühl, es sei erst um 7. Ein seltsames Gefühl. Ein Zeichen? Eine Vorahnung? Für mein Empfinden ja. Der Ausflug stand unter keinem guten Stern. Hier sagen immer alle, das Glasgow die lebhaftere Stadt ist. Vielleicht lag es auch daran, dass Sonntag war und in Glasgow ganz einfach weniger Geschäfte aufhaben als in Edinburgh, aber die Stadt erschien mir leer und tot. Das erste was ich sah, waren Hochhäuser, die ganz plötzlich, ohne Vorwarnung aus dem Boden ragten. Dann ging es durch ein Industriegebiet, der Bus bog ab und ich dachte: wer will denn hier aussteigen, ich fahr noch eine Haltestelle weiter. Haha. Hat Glasgow dann gesagt und mir eine lange Nase gemacht. Es war die Endstation. Und ich hatte das Gefühl irgendwo auf einem Industriehof zu stehen. Okay, ganz so schlimm war es dann doch nicht, aber wenn man Edinburgh gewohnt ist, finde ich das schon eine ziemlich Umstellung. Als ich mich dann auf den Weg in die Stadt machte, habe ich erst einmal total die Orientierung verloren und bin die eine Strasse, die mir irgendwie wie die Hauptgeschäftsstrasse vorkam, bestimmt drei oder vier mal rauf und runter gelaufen. Immer in der Annahme, dass es in dieser Richtung etwas zu sehen gibt. Gab's aber nicht. Tja. Irgendwann entdeckte ich dann doch noch eine Tafel mit einem Stadtplan. Puh.
Die Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen ziemlich verstreut Und da es immer noch etwas sehr nach Regen aussah, dachte ich, ein Museum ist ganz gut für den Anfang. Also lief ich Richtung Kelvongrove-Museum.
Kelvingrove Museum (und ja: plötzlich schien auch wieder die Sonne und Jacke und Schal waren eine unnütze Last)

Ein riesiges Gebäude mit zahlreichen Ausstellungen und Abteilungen (daher auch das Foto "Den Tod überdauern auf die klassisch-ägyptische Art"). Es geht von Dinosauriern, über Möbel von Macintosh (zu dem später), über die ersten Menschen in Schottland bis hin zu einer echten Mumie und natürlich dem Souvenirshop. Zur Zeit befindet sich dort eine Exhibition zum Thema ACDC, ich war aber nicht drin (obwohl kostenlos), so ein grosser ACDC-Fan bin ich nun auch wieder nicht. Tja, wer jetzt erwartet hat, eine ACDC-Biographie zu hören, den muss ich enttäuschen. Und leider folgt noch eine Enttäuschung: der Reiseführer hatte mir den Souvenirshop so schmackhaft gemacht, aber die guten Sachen waren wohl alle schon weg... auf jeden Fall sollte es dort nämlich von so typischen Dingen wie einem Macintosh-Design-Becher und -Kulli abgesehen auch polierten, versteinerten Dinosauerierkot geben!!!! Überlegt mal. Was für ein Mitbringsel!!!! Hätte ich mir sehr gerne auf meinen Schreibtisch auf Arbeit gestellt und bei euch allen in der Wohnung gesehen. Man kann nicht alles haben.

Im Museum selbst fand ich es allerdings etwas viel auf einmal. An manchen Stellen zwar doch recht beeindruckend, im Grossen und Ganzen allerdings sehr unübersichtlich und zusammengewürfelt (wie die ganze Stadt, was dann natürlich wieder gepasst hat). Dadurch dass der Eintritt frei war (worüber ich mich ganz sicher nicht beschweren will), gab es auch kein Personal dass einen Beraten konnte, wo man am besten starten sollte oder ob es überhaupt einen Start gibt. Ich hab mich dann so durchgewurschtelt.




Tiere aus der Savanne und ein Flugzeug aus dem 2. Weltkrieg. Aha
Weil die Sonne dann so schön schien, bin ich im Nachhinein etwas durch den ältesten öffentlichen Park Europas (im 15. Jahrhundert ein Geschenk des schottischen König James II. an seine Untertanen - sehr nobel)  geschlendert und habe Eichhörnchen beobachtet. Dabei wäre ich fast mit einem Hund zusammengestoßen der seinen Kopf nur nach rechts und links bewegte und mich erst in letzter Sekunde wahrnahm. Wir erschreckten uns dann beide etwas. Sein Herrchen meinte dann noch freundlich lächelnd "Keine Angst, der jagt nur nach Eichhörnchen". Zuerst wollte ich ihm noch einen Tipp geben, denn ich hatte gerade drei von den Tieren hinter mir gelassen und das eine hatte mich irgendwie bedrohlich angestarrt. Aber dann hab ich's doch gelassen. Bin halt ein Tierfreund. Obwohl ich dadurch dem Hund seinen Spaß genommen habe. Ich bin ein schlechter Mensch. Wahrscheinlich hätten die Eichhörnchen auch Spaß daran gehabt vor dem Hund wegzulaufen, dann schnell auf den Baum zu huschen und ihn mit Eicheln und Kastanien zu bewerfen. Jetzt kann ich heute bestimmt nicht schlafen. Vielen Dank.

Na, langsam aber sicher, bin ich dann an der Universität (Verzeihung, einer der vier Universitäten der Stadt) vorbeigelaufen und hab mir noch das Haus von diesem wunderbar begabten Designergenies und seiner ebenfalls sehr talentierten Frau angesehen. Die beiden werden hier auf das äußerste verehrt (im Gegensatz zu Edinburgh die einzigen berühmten Leute... aber nein, es gibt ja noch U2 und Belle & Sebastian! Ich nehm alles zurück), obwohl sie zu Lebzeiten vekante Genies waren. Alle Möbel sind von den beiden Entworfen worden. Zum Anschauen auf jeden Fall ganz hübsch und den einen Sessel hätte ich auch gern gehabt, aber in so einem Haus wohnen? Nee. Dafür war das alles viel zu steril.
In dem Haus durfte man auch leider keine Fotos machen. Sonst hätte ich euch das jetzt gezeigt. Wenn ihr euch aber noch einen Monat gedulden könnt, dann zeig ich euch, wenn ich wieder in Berlin bin die Broschüre. Ist fast genauso gut. Und auf deutsch. :)

Von dort aus bin ich dann in den Tourbus gestiegen und habe mir die Stadt von oben angeguckt und erklären lassen. Wenn ich mir nämlich überlegt hätte, den ganzen Weg wieder zurücklaufen zu müssen und vielleicht nicht einmal nicht mehr zu wissen wo hin und wo lang. Nein Danke.
So hab ich dann auch noch ein bisschen mehr gesehen und erfahren, dass die Absperrung in der Innenstadt nicht von einer Bombendrohung errürhte, sondern von Hollywood! Richtig. Da staunt ihr (wer ist jetzt neidisch?). An dem Tag waren nämlich auch Hugh Grant und Halle Berry in der Stadt. Oh ja. Und sie haben Glasgow irgendwie für Phildelphia ausgeben wollen, oder so. Die Spinnen, die Hollywoodler. Das war aber nicht meine letzte Begegnung mit Hollywood in den letzten zwei Wochen...

Die Stimme der Bustour-Frau war ziemlich anstrengend und darum entschloss ich mich, noch einmal auszusteigen und auf den nächsten Bus zu warten, der mit einem etwas angenehmeren Erzähler besetzt war (hoffte ich und wurde auch nicht enttäuscht).
An der Glasgow-Kathedrale bin ich vom Bus gehopst und befand mich sogleich in der Necropolis, die Gräbergroßstadt für die Toten der Großstadt. Da war ich aber dann doch nicht so lange wie manch anderer vielleicht (haha). Ich bin in die Kathedrale gehuscht und die war wirklich beeindruckend. Unglaublich schöne Buntglasfenster. Wirklich sehr hübsch. Mich störten aber die ganzen Touris mit ihren Fotoapperaten und ihren ständigen Blitzen. Darum hab ich meinen demonstrativ in der Tasche gelassen. Ich glaub nur, dass das keinen großen Eindruck auf die anderen gemacht hat. Wenn es einer bemerkt hat, dann hat er sicher nur mitleidig gedacht, dass wohl der Akku meiner Kamera leer ist. So sieht's aus. Traurig aber wahr.
Nachdem auch diese Sehenswürdigkeit abgearbeitet war, bin ich wieder auf den (letzten -puh) Bus gesprungen und habe die Tour durch die Stadt vollendet. Es wurde dann auch schon etwas dunkel und ich hungrig. Zum Abschluss dieses gelungenen Tages war ich beim Italiener und dann ging es wieder nach Hause.

Von Edinburgh nach Glasgow braucht man übrigens nur eine Stunde und wenn man früh genug bucht kostet die Fahrt auch nur 1GBP. Ich war leider etwas spät dran und musste ganze 6 GBP hinblättern. Voll die Abzocke (hehe). :)

Tja. Das war der Sonntag vor zwei Wochen... also der... 18. September....
(als ich gerade auf den Kalender guckte, hab ich noch einen Blick auf das Wetter erhascht... so eine... heute Sonnenschein und 25° und morgen wieder Regen und nur 16°. Unfassbar. Nur gut, dass ich morgen arbeiten muss. Wenn ich es mir recht überlege eigentlich auch ganz gut so. Dann find ich das nicht so schade, dort in der Bibliothek eingesperrt zu sein)

OMG

Dann muss ich nun wirklich zwei volle Wochen nachholen? Ungeheuerlich. Da sollte ich keine Zeit verlieren. Beklagen muss ich mich aber trotzdem vorab: es kann doch nicht sein, dass der schöne Schokopudding bei mir schlecht wird! So was ist mit glaub ich noch nie passiert und zeigt, dass dieses Praktikum seine Spuren an mir hinterlässt. Es hat jedoch auch seine guten Seiten. Ich habe ein "Rezept erfunden". Ich setze das in Gänsefüsschen weil es, denke ich, eigentlich keine richtige Mahlzeit ist, aber man wird wahnsinnig satt von und man braucht danach auch keinen Schokopudding mehr. Jetzt seit ihr sicher alle gespannt was das ist, aber ich sag's nicht. Es wäre zu peinlich wenn ich euch erzählen würde, dass ich eine Dose Spaghetti-Ringe aufmachen, Hähnchenbruststreifen rein schnippel und das ganze mit 1 (ganzen) Packung Streukäse andicke.

Darum schnell ein Themenwechsel:

Arbeit läuft ganz gut. Abgesehen von dem Ausflug in die Rare-Books-Abteilung war ich nun auch im Printroom, wo es riesige Kameras zu bestaunen gibt, welche dazu dienen, die uralten Bücher sorgsam abzufotografieren. Hier werden auch Flyer und Poster für Ausstellungen entworfen und gedruckt. Als nächstes war ich dann bei den Restaurationsleuten, die sich darum kümmern, dass Ausstellungsstücke ordentlich gestärkt sind um den vielen Menschenaugen standzuhalten, aber auch wenn zum Beispiel ihre Rücken gebrochen sind, kommen die kleinen Schätze hierhin und werden aufs Beste versorgt.
Die letzten beiden Wochen haben Almut und ich  uns hauptsächlich mit dem morgigen Tag beschäftigt. Heute haben wir den Ausstellungsraum gestaltet bzw. die Ausstellungskästen gefüllt. Man glaubt es kaum, aber das hat neun Stunden gedauert und so konnte ich mir keine neuen Schuhe kaufen (die meisten Schuhläden haben heute schon um 18 Uhr zugemacht), die ich unbedingt brauche, denn auch meine Turnschuhe haben nun das zeitliche gesegnet und dienen allenfalls noch als Flipflops. Tja. Schottland ist ein teures Pflaster, alle Nase lang muss man sich neue Schuhe gönnen. Schon letzte Woche gingen meine anderen Schuhe kaputt. Ein Fluch lastet auf meinen Füßen. Fast ein bisschen gruselig.

Auf morgen bin ich aber wirklich gespannt. Nächste Woche muss dann noch das Konzert vorbereitet werden und dann werde ich wohl mehr und mehr in der Weltgeschichte rumgurken um mir ganz viele unterschiedliche Bibliotheken und Archive anzuschauen (unter anderem die BBC-Schottland-Bibliothek und das schottische Filmarchiv). Ihr könnt schon gespannt sein. Ich bin es auf jeden Fall.

Achja. Und ich habe richtige Katalogaufnahmen gemacht. Die wurden nicht einmal kontrolliert. Tja. Solches Vertrauen haben die dort in mich! Oh Gott.
Es waren übrigens keine Bücher, die ich in das DOD  (Digital Object Database - die Objekte, Bilder, Bücher werden im Reprographic-Raum  danach mit einer dieser Hightech-Kameras fotografiert und in die DOD-Aufnahme eingeschleust) aufgenommen hab. Ein Bild von der heimlichen - später offiziellen- Liebe Berlioz (hab ich davon nicht schon einmal geschrieben?), eine Fotografie eines alten Herren, der eine Konzerthalle besaß und dort viele Berlioz-Konzerte gab und einen Cheque zugunsten Berlioz. Das kommt mir alles so bekannt vor. Ich habe bestimmt vorher schon einmal von diesen Dingen geschrieben. Tja. Nun könntet ihr so auch im Internet ansehen, doch ich denke, sie müssen erst noch verlinkt werden. Ich werde das für euch recherchieren (bin eine gute FaMI!) und bei Gelegenheit bescheid geben, wo ihr mein Werk bestaunen könnt.

Nun kommen wir aber wieder zu den schönen Dingen des Lebens: den Wochenenden und dem Besuch meiner Svenni.

Mittwoch, 28. September 2011

Die Umstaende sind schwierig

Nun denken sicher einige von euch ich waere nachlassig, haette keine Lust mehr. Dem ist aber nicht so. Nur, auf Arbeit ist es meist schwieirg die Zeit zu finden mit voller Hingabe (mit weniger wollen wir hier gar nicht erst anfangen) einen neuen Post in den PC zu haemmern. Zumal ich hier auch keinen Zugriff auf meine liebevoll geknipsten Bilder habe. Nur, und jetzt kommt das Problem: Daheim ist zur Zeit Internet-freie-Zone. Irgendwas stimmt da nicht. Niemand weiss was. Tja. Und so lebe ich nun abgekapselt von der Aussenwelt. :)

Schnell muss ich euch aber noch von meinem Morgen berichten:
Als ich aufstand ging gerade die Sonne auf und da mein Zimmer und auch mein Fenster (jaha, auch sowas habe ich) gen Osten liegen und die Sonne wie es scheint am liebsten im Osten aufgeht, war es ein wunderschoener Anblick. Hellblauer Himmel, ein paar kleine Woelkchen, die von der Sonne in einem schoenen Rosa (es gibt auch nicht so schoene Rosa-Toene) angestrahlt wurden.
Heute war auch einmal kein Wind und der Wetterbericht sagt ohnehin fuer die naechsten Tage bis zu 20 Grad und Sonnenschein voraus.
Vor der Haustuer stehen ein paar Baeume und als ich die Haustuer oeffnete zwitscherte ein Vogel sein Lied. Oben am nun wolkenlosen Himmel flogen die Wildgaense dahin und auf der Wiese (ueber die ich morgens immer Laufe, ist eine "Abkuerzung") sassen bestimmt hundert Moewen, die auflogen als ich durch ihre "Herde" hindurchschritt. Es wirkte wie in einem Bilderbuch. Das ist hier so ueblich. Die Kinder alle brav, jeder raeumt seinem Hund hinterher, alle sind hoeflich, selbst wenn sie betrunken sind, und abends gehen Paerchen am Strand mit ihren Hunden spazieren, sammeln Muscheln und auf dem hiesigen Sportplatz vor dem Haus wird Fussball, Rugby und Golf gespielt. Manchmal ist diese Idylle kaum zu ertragen. Meistens muss ich dann aber einfach nur lachen.

So. Nun, liebe Freunde, frisch ans Werk. Der Tag ist jung und ich habe meine Muedigkeit momentan ganz gut im Griff. Ist ja auch bald schon wieder Teepause. Hehe

In der groessten Hoffnung, dass ich bald wieder von mir hoeren lassen kann und ihr mich nicht vergesst, verbleibe ich mit der vorzueglichsten Hochachtung,

Eure Rike