Freitag, 14. Oktober 2011

"Küss mich, Kate"

... hat William wahrscheinlich genau hier gesagt:



Dieser hübsche Pavillon steht nämlich in St. Andrews, der Stadt in der sich die beiden kennen und lieben gelernt haben und wir unseren Freitags Ausflug hin gebucht hatten. Ich hoffe ihr verzeiht mir, dass ich kein Foto von der Plakette gemacht habe, die in dem Universitätsmuseum hing und auf eben diese Tatsache aufmerksam gemacht hat. Faszinierend, ich weiss. Aber der Reihe nach:
An besagtem Freitag, dem 7. Oktober, schien dann auch für uns die Sonne. Es ging um 8:45 los. Was eine kleine Schweinerei ist, denn ich musste an meinem wohlverdientem freien Tag sogar noch früher aufstehen als üblicherweise, ich wollte nämlich noch ein paar schöne Brote schmieren mit Mull-of-Kintyre-Käse*, Tomaten und Heidelbeermarmelade aus dem Lidl. Also ein Brot mit Käse und Tomaten und das andere mit Marmelade, sodass jeder zwei hatte. Klar soweit? Aber was halte ich euch hier mit Stullen schmieren auf...
Zwischendurch machten wir dann immer mal wieder in kleinen Fischerdörfern halt. Das heisst unser erster Halt war noch in Edinburgh, am Firth of Forth, dem Fjord von Edinburgh und wir schauten auf die Golden-Gate-Bridge-Europas. Unser Busmensch erzählte, dass, als die Brücke so um 1908 gebaut wurde, jemand dafür angestellt war, die Reste der Bauarbeiter, die von der Brücke fielen, wegzuräumen. Was für ein undankbarer Job.

Die Firth of Forth Bridge 
und unser Bus. Niedlich, oder?


Einer alten Geschichte nach, heißt es, dass jede Brücke, die über diesen Fjord gebaut wird, verflucht ist. Darum haben sie einfach das letzte Teil der Brücke nicht eingesetzt (ich nehme an, es war kein wichtiges, tragendes Teil) und somit ist sie keine wirkliche Brücke und seit über 100 Jahren geht alles gut. Da frage ich mich, ob die das bei der Autobrücke (denn die oben abgebildete ist nur für Züge) auch gemacht haben. Die steht seit den 1960ern und muss nun aber abgerissen und neu gebaut werden, weil sie langsam zu zerfallen droht. Prima.

So. Dann ging es in das Kingdom of Fife. Ich find es ganz lustig, denn es gibt auch eine Militärflöte die so heißt. Nicht Kingdom aber Fife. Ich hatte das gerade in dieser Woche gelernt und schwubs, taucht es wieder überall auf. Obwohl ich nicht glaube, dass das Königreich und das Musikinstrument etwas miteinander zu tun haben. Aber wer weiss!?
In dem einen Fischerort haben wir dann sozusagen eine kleine Teepause eingelegt. Und sind in ein umgebautes Wohnzimmer gestolpert. Es war urig. Ein brummiger älterer Herr scheint seine Rente etwas aufbessern zu wollen und bietet viele typisch schottische Leckerbissen an. Die Kanne Tee hat auch nur 80p gekostet. In dem Café des Jahres (so gut wie alles in diesem Ort hatte schon mal etwas gewonnen) 2004 kostete ein Kaffee glatt 3 Pfund. Halsabschneider. Aber so war es auch viel schöner und interessanter.
Danach ging es weiter nach St. Andrews. Unterwegs begegneten wir noch ein paar ausgebüchsten Schafen, die es sich in einem Salatfeld gemütlich gemacht hatten. Da lagen dann 10 Schafe zwischen den abgefressen Köpfen, genossen die Sonne und ihre voll gefressenen Mägen und drei frassen sogar noch fröhlich weiter. Der arme Bauer. Und der arme Schäfer, der dafür aufkommen muss.

St. Andrews ist ja auch das Golfer Paradies. Der Busfahrer sagte uns, dass wir unbedingt auf die eine Brücke des Golfplatzes gehen und ein Foto machen sollten. Jeder namhafte Spieler würde dort Werbefotos machen und es sei die berühmteste Brücke des Golfsports. Wenn wir es nicht für uns täten, so meinte er, wenigstens für unsere Freunde, um Eindruck zu machen. Da musste ich ein bisschen schmunzeln. Ich hoffe es fühlt sich jetzt niemand auf den Schlips getreten oder ich reite mich da jetzt selbst in etwas rein, aber ich glaube ich kenne niemanden der so wirklich an Golf interessiert ist. Hoffe ich. Das einzige, was ich an dem Ort noch ganz spannend fand, war das Sean Connery hier wohl öfter mal herkommt und das auch John Cleese hier studiert. Letzteres finde ich ja persönlich am besten. Für alle Unwissenden unter euch. John Cleese ist der lange von Monty Python! Es war ohnehin ein Monty Python geprägtes Wochenende. Doch dazu später mehr.
Die Stadt an sich ist so gut wie nur mit Studenten bevölkert. Was meinte der Fahrer noch gleich? Achja. St. Andrews hat 6.000 Einwohner. 2.000 sind Einheimische, der Rest ist Studenten. Natürlich kommen hier aber nur die ganz reichen Studenten her. Die meisten fahren wirklich sagenhafte Oldtimer und die super teuersten Schlitten. Die Jungs tragen alle Lackschuhe und Armani oder anderen Designer-Schnickschnack. Schrecklich. Viele Eltern kaufen (!) ihren Kindern hier ihr eigenes Haus, denn die Wohnheime dieser Eliteuni sind ja mit Sicherheit unterstes Niveau.
Schön fand ich noch die alte Burg, die nur noch in Ruinen zu sehen ist und nun als Friedhof dient. Und dann war es auch schon wieder Zeit für die Heimreise. Abends waren wir dann in Edinburgh noch in einer Bar und lauschten rockiger Musik. In dem Pub hingen viele Bilder von berühmten Leuten, wie John Lennon, Bob Geldorf, Bob Dylan, Jimi Hendrix und und und. Auch drei Song-Zitate von berühmten schottischen Musikern:

"Why does it always rain on me? Is it because I lied when I was seventeen" (Travis)
"Lochaber no more, Sutherland no more, Lewis no more, Skye no more" (The Proclaimers, die sind soooo witzig. Ihr müsst das mal youtuben. so schlecht, dass es schon wieder gut ist. Das Lied heisst Letters from America)
"..."(...)  An das letzte kann ich mich gerade nicht erinnern. Aber ich geh noch mal für euch gucken.... hehe

Hier noch ein paar Eindrücke von St. Andrews:










*über den schon Paul McCartney sang. Der hat übrigens geheiratet am letzten Wochenende. Ringo war auch da. Und die Polizei, denn ein Nachbar hatte die Sicherheit gerufen, weil die Leute zu viel Spaß hatten und laut wurden. Der war bestimmt nur sauer, weil er nicht eingeladen war. Woher ich das weiß? In Berlin gibt es in der Untergrundbahn das "Berliner-Fenster" und hier gibt es in den Bussen die "Metro", eine kostenlose Zeitschrift, die mich arg an die Bild erinnert. Ich nehme sie mir aber immer weil sie a.) kostenlos und b.) Sudokus enthält, die ich dann auf der langen Fahrt zur Arbeit machen kann

Nächster Besuch, selbe Rike

Es war eine ganz schöne Tortour mich am Montag aus dem Bett zu schälen. Plötzlich war es kalt und grau und ich musste früh -zu früh- wieder zur Arbeit hetzen. Allerdings mit der schönen Gewissheit, dass dies eine kurze Woche werden würde. Durch den tollen Samstag bekam ich ja 1 1/2 Tage frei (Rike berichtete). Am Donnerstag durfte ich dann auch schon um 12 Uhr das Gebäude verlassen. Unter neidischen Blicken der Wachleute und anderer Angestellter. Haha.
Ich wollte mich mit meinem Bruder und seiner Freundin (wenn die Rechte geklärt sind, bekommen sie vielleicht auch Namen*) an ihrem Hotel, Hostel.... an ihrer Unterkunft treffen. Nach einem kleinen Durcheinander (ich will jetzt auch gar nicht sagen, wer vergessen hat, sich vorher zu erkundigen wo das liegt oder wer zu verwirrende SMS schreibt, als das sie verstanden werden könnten... Püh) haben wir uns und das Haus dann jedoch gefunden und sind gleich erst einmal in einen Pub. Ich hab aber keinen Alkohol getrunken. War ja erst halb zwei. Die Kellnerin war wirklich äusserst liebenswert. Ein richtiger kleiner Sonnenschein. So, wie man sich eine Britin halt vorstellt vom Humor her. Sehr schön. Auf dem Weg dorthin haben wir auch DEN Schokoriegelladen schlechthin gesehen: Frittierte Mars-Schokoriegel, ganz in der Nähe von Bibis Cupcake-Laden. Wir haben uns aber benommen und wollten uns das für letzten Tag, also morgen, aufheben (und das haben wir auch geschafft. Wenn ich wieder in Berlin bin möchte ich ein paar Schulterklopfer). Während der Woche entdeckten wir dann auch noch einen solchen Laden in der Haupttouristenstrasse, der Royal Mile, gesehen. Schon seltsam. Da läuft man einen Monat jeden Tag diese Strasse entlang und dann ist er plötzlich da. Vielleicht ist das Joanne K. Rowling auch passiert und ihr ist so die Idee für den tropfenden Kessel gekommen. Es gibt hier aber auch so viele Shops und Restaurants, dass man schon mal eins übersehen kann.
Nun denn. Später stellte sich dann die Frage: Was tun? Was tun wenn man eigentlich mit einem Auto durch die Highlands will, es aber durch widrige Umstände und erhebliche Einwände von kontinentaler Seite nicht möglich ist? Also ab in die Touristeninfo. Leider waren alle 3-Tages-Fahrten schon ausgebucht. Also mussten wir umplanen und eine 1-Tages-Tour und eine 2-Tages-Tour buchen. Ist natürlich etwas teurer als so ein Auto, aber immer nur in Edinburgh sitzen ist auch nicht gut. Und gelohnt hat sich alle mal! Blöd war nur, dass ich meine extra für die Tour liebevoll zusammengestellten CDs nun nicht mehr gebrauchen kann. Na. Da steh ich drüber. *schnief*

Neugierig geworden? Dann lest im nächsten Heft, äh, Eintrag weiter! :)






* Die Namenswürfel sind gefallen: Siehe "Namen"

Verspätung

Ich bitte untertänigst um Vergebung.



So "schön" entschuldigt sich die Bahn bestimmt nie. :)

Montag, 3. Oktober 2011

Achtung:


 

No comment


Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag ...

Das waren fröhliche Tage. Wir waren im Writers Museum, wo original Artefakte von Scott, Burns und Stevenson ausgestellt sind. Und auch "Our Dynamic Earth" haben wir einen Besuch abgestattet. Wirklich etwas neues konnten wir nicht lernen, aber der Aufbau und die Gestaltung ist einfach klasse. Es geht um die Entstehung unserer Welt am Beispiel Schottlands. Voll schön. Eigentlich wohl eher mehr für Kinder gedacht. Aber ich hab mich köstlich amüsiert. Inklusive waren ein 3D-Film bei dem es wirklich auf uns herunter schneite, ein Regenwaldschauer (was auch immer das mit Schottland zu tun hatte) und ein Film über Astronauten. Hat auch nicht wirklich etwas mit Schottland im eigentlichen Sinne zu tun, wurde aber von Ewan McGregor gesprochen und schottischer geht's dann ja wohl nicht mehr. :) (eine Kollegin hier hat ein Foto auf dem Schreibtisch zu stehen, mit ihr und Ewan. Und letztes Jahr waren auch Sean Connery und Michael Palin zu Besuch - und wo war ich?) Zuerst lernt man alles ueber Naturkatastrophen und wie sie entstehen. Man kann sogar sein eigenes kleines Erdeben erzeugen, wenn man auf einer Platte hopst. Mit dem Fahrstuhl geht es dann zurueck in der Zeit. Man wird von einem Raum in den naechsten gefuehrt und es gibt viel, viel zu entdecken. Durch Vulkane und verschiedene Eiszeiten hindurch. An einer Stelle kommt man an einem richtigen Eisberg vorbei. Es war frostig kalt. Dann gingen dort ploetzlich die Lichter aus und die Polarlichter erschienen.
Wir sind am Strand entlang spaziert und habe viel gegessen... und noch mehr gegessen! Zum Beispiel im "Elephant House" (Rike berichtete). Dort war es wirklich sehr lecker. Gute Tortilla und super leckerer Schoko-Kirsch-Nuss-Kuchen. Schmatz.
Svenja war auch noch im Royal Botanic Garden und hat dort viel Zeit verbracht, während ich auf Arbeit schmorte. In den Garten wuerde ich auch gern noch einmal, aber das Wetter wird immer schlechter (das stimmt nicht ganz, heute war es richtig warm, bestimmt so 14°).
Am Donnerstag war dann leider auch schon wieder Schluss mit lustig. Der Bus fuhr um 22:30 Uhr von der nun wieder offenen Busstation ab, kam am Samstag um 9:00 Uhr Ortszeit wieder in Berlin an und ich musste in mein leeres Zimmer zurückkehren. Herrje.
Lange Zeit, dass zu verarbeiten hatte ich allerdings nicht, denn die Arbeit rief. Am Freitag bereiteten wir dann den Berlioz-Study-Day vor. Das heisst, wir bereiteten die Ausstellung vor.
Samstag kamen dann circa 35 eingefleischte Berlioz-Fans in die Bibliothek um mit seinem Biographen, David Cairns (er hat sogar einen Wikipedia-Eintrag, beeindruckend, ich weiß), zu plaudern und Berlioz's Musik zu lauschen. David Cairns ist ein älterer Herr, der aber so voller Hingabe von Musik und Berlioz redet und einfach nur super nett und freundlich ist, dass man sich einfach nur wohl fühlt und gar nicht merkt, dass er insgesamt 5 Stunden redete. Am Ende gab es noch eine kleine Diskussionsrunde. In der ersten Reihe saß eine Inderin und allen, die Little Britain und die Fat Fighters kennen, sage ich nun, dass es sich im wirklichen Leben genauso abspielt. Die arme Frau hat ihren Satz bestimmt 5 mal wiederholen müssen und Mr. Cairns ist immer einen Schritt näher gekommen und hat sich zu ihr runtergebeugt. Ui. Ich musste mich sehr zusammen reißen.

Am Sonntag hab ich mich dann einfach nur erholt und bin noch mal, in Erinnerung an Svenja, ins "Elephant Café" gegangen und habe dort fast 3 Stunden verbracht. Es ist sehr gemütlich dort.
Und nun seid ihr wieder auf dem Laufenden und ich kann mir wieder etwas Zeit lassen mit Nachrichten. :P Vielleicht sollte ich das aber wieder regelmößiger betreiben. Dann bin ich später dann nicht so in Panik, weil mir gar nicht mehr einfällt, was ich alles getan habe. Nun, diese Zeilen, die nun aber vor euren Augen aufleuchten sind korrekt. Dafür stehe ich mit meinem Namen.

Und in meinem Namen gehe ich nun ins Bett und erwarte den morgigen Tag.

Cheers*, Rike




*"Cheers" bedeutet im britischen nicht nur "Prost", sondern auch "Danke schön" oder "Tschüss". Das erste Mal hörte ich Cheers im Bus jemanden zum Fahrer sagen und nun, da meine Ohren gespitzt sind für dieses Wort, höre ich es ständig und überall.

Sonntag

Samstag (was für ein schöner Anfang für einen Post mit dem Titel "Sonntag") Abend waren wir dann noch einen trinken. Vorher musste natürlich schön fettig gegessen werden. Lecker Burger. Davon hab ich kein Bild, obwohl Fotografieren erlaubt war. Aber wer will denn so was sehen? Rike beim Essen. Das kennt ihr doch alle zu genüge. Dann sind wir so langsam nach Hause. Ich war auch ziemlich geschafft und ich glaub Svenja auch, denn sie ist mit dem Bus angekommen. Donnerstag ist sie losgefahren aus Berlin. In der Nacht von Freitag zu Samstag sollte sie dann 0:40 ankommen. Ich wollte mir natürlich nicht nehmen lassen sie abzuholen. Wir haben jedoch die Rechnung ohne die Polizei gemacht, die dummerweise noch den Bus und die Passagiere kontrollieren wollte. Also Verzögerung. Um 1 Uhr wurde ich dann aus der Busstation geschmissen und die Tore geschlossen. Keiner konnte mir sagen, wo denn dann die Busse ankommen. Na super. Instinktiv habe ich jedoch die richtige Haltestelle erwählt und der Bus mit der gewünschten Ladung hielt direkt vor meiner Nase. Als wir endlich zu Hause ankamen, schlug die Uhr bereits 3.
Am Sonntag schlug die Uhr auch wieder 3 (Tatsächlich? Aber ja doch. Wenn ich es sage.), als wir unser Frühstück beendet hatten. Hihi.
Nach einem wirklich langen Schlaf sind wir los in die Innenstadt Edinburghs, setzten uns in ein Café und genossen ein richtig original englisches Frühstück. Köstlich. Gebackene Bohnen, Spiegeleier, Pilze, gebratener Speck und Würstchen (natürlich nicht für Svenni) und eine Krokette (Svenni hatte mehr :) ). Eigentlich sollte es Hush Brown sein, was so viel heißt, wie Kartoffelrösti. :) Aber Kroketten mag ich sowieso lieber. Dazu gab es noch zwei Scheiben Toast für jeden, Butter und Marmelade.

Zuerst hatten wir überlegt, noch auf den Arthur's Seat zu klettern, aber nach dem ersten Viertel hatte ich dann keine Kraft. Das schwere Frühstück machte mich ganz lustlos. :)
Es war auch wieder arg windig. Ein paar Bilder gab es trotzdem:






Später ging es dann noch nach Leith, der Heimat von Irvine Welsh (dem Autor von so tollen Büchern wie "Trainspotting" oder "Klebstoff") und Hafen der Royal Yacht Britannia. Ich finde es dort aber gar nicht so spannend. Tut mir leid, Mr. Welsh.
Abends gab es dann eine schöne Pizza und den Sonntagstatort! Schön schön schön

Anmerkung

Also ich hab jetzt die fehlenden Umlaute nicht mehr ausgetauscht. Das macht das ganze doch viel authentischer. Als wäre ich tatsächlich auf Arbeit gewesen. Oder?